The answer to my interview request from Johannes Sich, the author of the new Mafia card game La Cosa Nostra, reached me at 0:40 a.m. This time stamp already shows how long the working days of a card player inventor can be when the world's most popular game fair, the International Game Days in Essen, is imminent. At Spiel'14, La Cosa Nostra will be made accessible to the general public and these four days will show whether the game concept is also well received by recreational players.


Fascination with paper money

In the following interview, Johannes Sich gives some insights into the development process of La Cosa Nostra, reports on how the idea for his Mafia card game came about and makes it clear that the serious background was a personal moral hurdle.

La Cosa Nostra: An Interview with the Creator Johannes Sich

Johannes Sich: „Das erste bewusste Erlebnis, was mir in den Sinn kommt, ist dass ich bei einer Kindergartenfreundin vom „Spiel des Wissens“ und vom „Spiel des Lebens“ erfahren habe. Lange Zeit habe ich diese Spiele gar nicht selbst mitgespielt, aber allein schon diese Namen haben mich tief beeindruckt und sind zu einer Art Mysterium geworden. Irgendwann sie dann vermutlich wirklich auch gespielt, aber daran kann ich mich gar nicht erinnern.
Das nächste beeindruckende Erlebnis war dann Monopoly. Die Faszination für dicke Batzen Papiergeld ist geblieben.“

Spielpunkt: Do you remember your very first board game experience?

Johannes  Sich: „Das ist eine lange Geschichte. Ich versuche es kurz zu machen.
Es gab eine Zeit, in der ich mit meinem Kollegen Daniel an einem Projekt gearbeitet habe. Es lief sehr gut, und nach Feierabend haben wir oft Spiele gespielt oder die Mafia-Serie „Die Sopranos“ geguckt. Wir waren in einer sehr kreativen Stimmung und es entstand die Idee, ein Spiel zu machen, das diese spezielle Stimmung des Mafia-Genres einfängt. Dieses düstere, das Gefühl der Macht und der lauernden Gefahr… Damals gab es noch fast keine Spiele zu diesem Thema. Ich bin dran geblieben, auch wenn ich nach und nach lernen musste, dass es nicht so einfach ist wie man denkt, aus einer guten Idee auch ein gutes Spiel zu machen. Es hat einige Jahre gedauert. Währenddessen sind am laufenden Band andere Mafia-Spiele erschienen.“

Spielpunkt: When and how did you come up with the idea of ​​inventing your own game?

Johannes Sich: „Bis auf eine Affinität zum Genre, ausgelöst vor allem durch die o.g. Serie, gibt es keinen persönlichen Bezug. Natürlich habe ich im Zuge der Diplomarbeit eine Menge Recherche gemacht und auch viel über die reale Mafia gelesen. Tatsächlich sind mir während dieser Recherche ernste Zweifel gekommen, ob es moralisch vertretbar ist, das Thema „Organisiertes Verbrechen“ durch glorifizierende Genre-Darstellung noch weiter zu verharmlosen. Denn die Realität sieht ganz anders aus, und echte Mafiosi gehören neben Diktatoren, Waffenhändlern und Abmahn-Anwälten zu den verabscheuungswürdigsten Dingen dieser Welt.

In the end, I calmed the remorse by arguing that the genre has already moved far enough away from reality.
For these reasons, it was also important to me to use similar stylistic devices in the creative implementation as the genre models from other forms of media do. For example, the genre glorification of the Tarantino films, exaggerated to the extreme 

Spielpunkt: How do you relate to the Mafia?

Johannes Sich: „Die Entwicklung des Spiels hat sich in der Tat parallel zur Entwicklung des Crowdfundings vollzogen. Als ich die ersten Konzepte für La Cosa Nostra entwickelte, gab es noch gar keine Crowdfunding-Plattformen. Erst später, als wir schon erste ernsthafte Überlegungen zur Veröffentlichung begannen, hörten wir zu ersten mal von Kickstarter, und dann auch von Startnext und anderen Plattformen. Damals gab es schon sehr erfolgreiche Brettspiel-Projekte in den USA, im deutschsprachigen Raum jedoch schien das Interesse noch sehr verhalten. Daher erschien mir dieser Weg zuerst nicht besonders erfolgsversprechend. Erst als auf Startnext das Kartenspiel „Steam Noir Revolution“ das Eis brach und extrem erfolgreich abschloss, war ich überzeugt davon.
Zu jener Zeit waren wir eigentlich gerade auf der Suche nach einem Verlag, der La Cosa Nostra veröffentlichen wollte. Die Crowdfunding-Idee begeisterte uns jedoch plötzlich so sehr, dass wir fast schon erleichtert waren, als die Absage des Verlags eintraf. Wir versuchten es nicht weiter mit der sehr langwierigen Verlagssuche, sondern begannen mit den Vorbereitungen der Kampagne.“

Spielpunkt: How did crowdfunding platforms influence the development of La Cosa Nostra?

Johannes Sich: „Von einer ganzen Menge an Schwierigkeiten. Zunächst mal bei der eigentlichen Entwicklung des Spiels. Es war mein erstes Spiel und ich hatte dementsprechend keine Erfahrung damit. Trotzdem war ich überzeugt davon, dass das ja ganz einfach sei, wenn man es sich nur gut genug überlegt und kreativ genug ist. Doch weit gefehlt – erst in jahrelanger Beschäftigung mit dem Thema merkte ich, dass da weit mehr dazu gehört, und dass man immer wieder seine Überzeugungen und seine eigene Arroganz überwinden muss. Wiederholt kam es zu Punkten, an denen ich merken musste, dass das Spiel noch lange nicht so gut ist, wie ich gedacht hatte.
The planning and organization of the crowdfunding campaign, the marketing and the production planning, all of this was also new territory for me.
When realizing such a huge project, there are difficulties lurking around every corner that one would never have expected. We are currently having a problem with the shipping packaging for the posters. The shipping company now wants to charge an insane surcharge for bulky goods of an insane 20 per item because the boxes are not cuboid. You suddenly have to deal with such nonsense.
Außerdem waren da noch die vielen Illustrationen, die mir zwar großen Spaß gemacht haben, aber bei denen ich mir auch ein bisschen viel vorgenommen hatte. Die Vervollständigung des Artworks hat über fast fünf Jahre verteilt stattgefunden, parallel zur Entwicklung der Regeln. Alles in allem war die größte Schwierigkeit, über so lange Zeit die Motivation aufrecht zu erhalten.“

Spielpunkt: What difficulties did you encounter during development?

Johannes Sich: „Na klar. In Halle 2 auf Stand F-114. Kommt vorbei!“

Spielpunkt: The 2014 game in Essen is approaching. Will you be found there?

Johannes Sich: „Sehr schwierige Frage. Es gibt einfach so unfassbar viele Spiele, und auch so viele unterschiedliche, dass man gar nicht von einem einzigen Lieblingsspiel sprechen kann. Generell spiele ich gern Spiele, bei denen verhandelt, verbündet und verraten wird. Dabei bin ich selbst eigentlich nicht mal besonders gut im Verhandeln, Schauspielern etc.
All of these Eurogames optimization games, which are currently very popular in Germany, don't really appeal to me. Not that I think it is bad, I usually find it quite exciting while playing - but afterwards I rarely feel the urge to play it again. For me, the attraction of board game is the togetherness and confrontation with the table neighbors. If I look at the board more during the game and brood to myself than to communicate with the other players, then that's not my thing.
Oh, einen Geheimtipp muss ich aber definitiv nennen, den ich seit Jahren immer wieder gern spiele. Es ist „Escape from the aliens in outer space“. Das Spiel basiert im Prinzip auf Schiffe-versenken und diesem „Ich denke dass er denkt dass ich denke…“. Und tatsächlich wird dabei auch nicht viel geredet. Es ist aber, unheimlich spannend, stimmungsvoll und schön gestaltet. Und dabei extrem einfach zu lernen.“

Spielpunkt: Are you an active board player yourself? Which is your favorite game?

Johannes Sich: „Vielen Dank euch allen. Ohne euch würde es dieses Spiel nicht geben. Es hat großen Spaß gemacht und euer Feedback hat uns immer sehr motiviert. Kommt vorbei auf der Messe, wir freuen uns euch zu sehen.“

Spielpunkt: A greeting to the fans of La Cosa Nostra?

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